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    Call of Duty’s beispiellose Budgets: Black Ops Cold War übersteigt 700 Millionen Dollar an Entwicklungskosten

    In einem seltenen Blick hinter die Kulissen der AAA-Spielentwicklung hat eine Gerichtsakte die atemberaubenden Entwicklungskosten von Activision für drei Call of Duty-Titel enthüllt. Erstmals berichtet von Stephen Totilo auf seinem Substack GameFile.news, sind die veröffentlichten Zahlen einige der größten, die je in der Gaming-Industrie gesehen wurden, und bestätigen Call of Duty nicht nur als zeitlosen Blockbuster, sondern auch als kolossales finanzielles Unternehmen.

    Die großen Zahlen: Entwicklungskosten im Franchise

    Die Gerichtsakte, die im Dezember 2024 als Teil von Activisions rechtlicher Verteidigung in einem Prozess im Zusammenhang mit dem Uvalde-Schulschießen eingereicht wurde, gibt Auskunft über die Entwicklungskosten von drei Call of Duty-Spielen, die zwischen 2015 und 2020 veröffentlicht wurden:

    • Black Ops III (2015): Entwickelt von Treyarch, kostete das Spiel über 450 Millionen Dollar über seinen gesamten Lebenszyklus und verkaufte beeindruckende 43 Millionen Exemplare.
    • Modern Warfare (2019): Ein Reboot von Infinity Ward, dieses Titel hatte einen erstaunlichen Preis von 640 Millionen Dollar, mit 41 Millionen verkauften Einheiten.
    • Black Ops Cold War (2020): Co-entwickelt von Treyarch und Raven Software, erreichte das Spiel neue Höhen mit Entwicklungskosten von über 700 Millionen Dollar, konnte jedoch vergleichsweise weniger Verkäufe mit 30 Millionen Exemplaren verzeichnen.

    Diese Budgets übertreffen die 220 Millionen Dollar, die Berichten zufolge für Sonys The Last of Us Part II ausgegeben wurden – das selbst als wichtiger Produktionsmeilenstein galt, als die Zahl 2023 durchgesickert ist.

    Lebenszykluskosten oder Hollywood-Buchhaltung?

    Ein entscheidendes Detail in der Aussage von Patrick Kelly, dem kreativen Kopf von Activision für Call of Duty, ist die Einbeziehung von „Lebenszyklus“-Kosten. Das bedeutet, dass die angegebenen Budgets nicht nur die Basisentwicklung abdecken, sondern auch laufende Ausgaben wie Patches, Live-Service-Inhalte, Serverwartung und möglicherweise sogar Marketing. Skeptiker argumentieren jedoch, dass diese Summen durch eine Hollywood-ähnliche Buchhaltung aufgebläht werden, bei der scheinbar nicht verwandte Kosten in die Entwicklung einfließen, um größere Investitionen zu behaupten.

    Massive Budgets, größere Rückflüsse

    Trotz der astronomischen Budgets bleibt Call of Duty ein Profitgigant. Selbst mit 700 Millionen Dollar an Entwicklungskosten erzielte Black Ops Cold War geschätzte 1,8 Milliarden Dollar an Verkäufen allein aus seinen 30 Millionen Exemplaren (bei einem angenommenen Einzelhandelspreis von 60 Dollar vor Rabatten und Einzelhändleranteilen). Dies berücksichtigt nicht die Einnahmen aus Mikrotransaktionen, Battle Passes oder Premium-Editionen, die die Bilanz des Franchises erheblich aufbessern.

    Reddit-Nutzer in Gaming-Communities waren schnell dabei, diese Zahlen zu analysieren. Ein Nutzer bemerkte, dass Modern Warfare (2019) seine Entwicklungsinvestition innerhalb von drei Jahren praktisch verdoppelt hat und eine Rendite von über 20 % vorweisen kann. Ein anderer wies darauf hin, dass Mikrotransaktionen und In-Game-Kosmetik dort sind, wo Activision wahrscheinlich die größten Gewinne sieht.

    Eine sich verändernde Branchenlandschaft

    Die offengelegten Budgets heben auch die sich ständig weiterentwickelnde Natur der AAA-Spielentwicklung hervor. Gehälter für Tausende von Entwicklern, modernste Technologie und der zunehmende Umfang von Live-Service-Inhalten tragen zu den steigenden Kosten bei. Vergleiche mit Titeln wie The Witcher 3 (81 Millionen Dollar), Baldur’s Gate 3 (100 Millionen Dollar) und sogar GTA V (265 Millionen Dollar) verdeutlichen, wie Call of Duty in einer eigenen Liga spielt.

    Kritiker argumentieren, dass diese massiven Ausgaben symptomatisch für eine aufgeblähte Branche sind, die mehr auf Monetarisierung als auf Kreativität fokussiert ist. Andere verweisen auf den enormen Druck, der auf Entwicklern lastet, wobei „Crunch“-Kultur und häufige Entlassungen das glänzende Äußere der Branche trüben. Ein Reddit-Kommentator, der sich als ehemaliger Spielentwickler identifizierte, beklagte die Diskrepanz zwischen diesen Schlagzeilen machenden Budgets und den „Peanuts“, die den Angestellten gezahlt werden.

    Was kommt als Nächstes für AAA-Budgets?

    Während Gaming weiterhin als Medium wächst und die Einnahmen von Filmen und Musik übertrifft, könnte das 1-Milliarde-Dollar-Spielbudget nicht mehr weit entfernt sein. Rockstars kommendes GTA VI soll beispielsweise Produktions- und Marketingkosten von fast 1,5 Milliarden Dollar haben. Zum Vergleich: Sonys Spider-Man 2 soll 300 Millionen Dollar gekostet haben – ein Bruchteil von Call of Duty’s höchsten Budgets.

    Fazit

    Activisions Budgetoffenlegungen unterstreichen das immense Ausmaß moderner AAA-Spiele. Während Call of Duty ein finanzielles Ungeheuer bleibt, werfen die Zahlen Fragen zur Nachhaltigkeit, kreativen Risiken und den menschlichen Kosten hinter den Pixeln auf.


    Basierend auf der ursprünglichen Berichterstattung von Stephen Totilo für Game File. Lesen Sie die ursprüngliche Berichterstattung hier.

    AJ Churchill
    AJ Churchill
    AJ has been Editor-In-Chief of Outsider Gaming since 2024. He first began gaming on a Nintendo 64 in the 90s, eventually moving on to Gameboys and Xboxes, before landing on his platform of choice, the PC. His all-time favorite games include Rimworld, The Sims, Football Manager, Rocket League, Factorio, Crusader Kings, Europa Universalis, Rust, Cities Skylines, and Project Zomboid. Reach out at aj [at] pixelpeninsula [dot] com.
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